Das Multitalent Aristoteles und seine wichtigsten Disziplinen

Das Multitalent Aristoteles und seine wichtigsten DisziplinenDer griechische Philosoph Aristoteles, der von 384 bis 322 v. Chr. lebte und wirkte, gehörte zu dein einflussreichsten Denkern seiner Zeit und war das, was man heute ein Multitalent nennen würde. Er begründete und beeinflusste etliche Disziplinen, darunter Logik, Ethik, Wissenschaftstheorie, Physik, Biologie, Dichtungstheorie und Staatslehre. Aus seinem Gedankengut entwickelte sich der Aristotelismus.

Aristotels Leben im Überblick

Im Alter von 17 Jahren trat Aristoteles in die Akademie Platons in Athen ein und beteiligt sich dort an Lehre und Forschung. Später wurde er Lehrer von Alexander dem Großen, und ab etwa 334 v. Chr. begann er selbständig zu lehren und zu forschen. Um 322 v. Chr. musste er Athen aufgrund von politischen Spannungen den Rücken kehren und starb bald darauf.

Die Schriften des Philosophen, die an die breite Öffentlichkeit gerichtet waren, gingen verloren, die Lehrschriften für seinen Unterricht sind jedoch erhalten geblieben und gliedern sich in folgende Themenbereiche:

Logik, Wissenschaftstheorie und Rhetorik:

Aristoteles begründete die formale Logik auf der Grundlage von Diskussionspraktiken, woraus später die Wissenschaftstheorie entstand. Die Rhetorik wird dabei in die Nähe der Logik gerückt, da sie von dem Philosophen als die Kunst, Aussagen plausibel zu machen, beschrieben wurde.

Naturlehre:

In der Naturlehre von Aristoteles geht es um die Arten und die Prinzipien der Veränderungen. Der damals wichtigen Frage nach Entstehung und Vergänglichkeit wurde mit Hilfe seiner Unterscheidung von Form und Materie begegnet, wobei Aristoteles meinte, dass die Materie unterschiedlichste Formen annehmen könnte. In seinen naturwissenschaftlichen Betrachtungen ging es außerdem um die Verhaltensweisen der Menschen, sowie der Tiere und deren Funktionen. In der Seelenlehre argumentierte der Philosoph, dass die Seele der leiblichen Hülle als seine Form zukommen würde.

Metaphysik:

In der Metaphysik stellte sich Aristoteles gegen Plato und sagte, dass konkrete Einzeldinge die Grundlagen der Wirklichkeit seien.

Staatslehre und Ethik:

Das Ziel für jeden Menschen und dessen Leben ist nach Aristoteles die Ethik, die das Glück ausmache. Um dieses Ziel zu erreichen, sollte man Charaktertugenden ausbilden und mit Verstandestugenden, die man durch Erziehung und Gewöhnung erhalten würde, ergänzen, wozu man dementsprechend mit Emotionen und Begierden umzugehen lernen müsse. Die politische Philosophie von Aristoteles schließt an diese Lehre an, danach wäre der Staat als Form menschlicher Gemeinschaft Voraussetzung für das zu erreichende Glück.

Dichtungstheorie:

Darin behandelte Aristoteles vorwiegend die Tragödie, die laut seiner Theorie die Funktion hatte, vor allem Mitleid, aber auch Furcht, zu erregen, um eine Katharsis (Reinigung) von den Emotionen zu bewirken.

Wen beeinflusste er?

Die naturwissenschaftlichen Forschungen von Aristoteles wurden nach seinem Ableben von einem seiner Mitarbeiter, Theophrastos, weitergeführt. Die aristotelische Logik war vor allem im lateinisch-sprachigen Mittelalter von großer Bedeutung. Ab dem 12. Jahrhundert lagen die grundlegenden Werke des Philosophen bereits vollständig in lateinischer Übersetzung auf. Diese Schriften sind bis in die frühe Neuzeit maßgeblich gewesen. Eine Auseinandersetzung mit der Naturlehre des Aristoteles hat vor allem die Naturwissenschaft von Spätmittelalter und Renaissance geprägt.
Im arabisch-sprachigen Raum war Aristoteles zur Zeit des Mittelalters der bekannteste Autor der Antike.
Aristoteles´ Werke haben vor allem auch die Geistesgeschichte enorm beeinflusst, viele wichtigen Definitionen und Unterscheidungen von Begriffen wie “Materie”, “Energie”, “Form”, “Praxis”, “Theorie” gehen auf den großen Philosophen zurück.

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